Närrische Fröhlichkeit im Zeichen des Kaktus – Bericht aus der WAZ

Beim Auftritt des Stadtprinzen Udo I. mit seiner Prinzencrew brachen in Laar alle Stimmungs-Dämme.

Grandioser Auftritt: Prinz Udo I. und eine Prinzencrew in Laar.                       Foto: Tanja Pickartz

Die Laarer Jecken mit dem Kaktus als „Wappentier“ sind in den tollen Tagen aus dem Feiern gar nicht herausgekommen. Bei der großen Karnevalsparty der KG Rot-Gold in der Mehrzweckhalle neben der Laarer Grundschule lernte eine Teilzeit-Sitzungsleiterin plötzlich das Fliegen, indessen hütete der Ratsherr den Tanzbär(n) und die Blauen Funken aus Köln kamen tatsächlich „mit alle Mann vorbei.“

Für die richtige Feierlaune bei den knapp 150 Gästen sorgten muntere Fanfarenklänge und die eigene Tanzgarde. „Wir tanzen hier unten ein bisschen mit“, flüsterten sie untereinander beim Auftritt des Stadtprinzen Udo I. mit seiner Prinzencrew.

Prinz „sammelt“ Tanzgarde persönlich ein

Laut riefen sie nach ihrem Lieblingslied. Der Ruf kam an. Prinz Udo, der schon ein paar neue Ordensträger zum Mittanzen verlockt hatte, stieg von der Bühne und sammelte die Tanzgarde persönlich ein. Die Bühne war proppenvoll und vom kleinsten Tanzfloh über den größten Gardisten bis zum Vorstandsmitglied wurden alle aus dem Saal angefeuert: „Nehmt die Beine in die Hand und tanzt, tanzt, tanzt.“

Die Garde strahlte und Rotgold-Präsident Jörg Meier zeigte sich gerührt: „Sowas hat es hier noch nicht gegeben, Prinz Udo, du hast wirklich ein riesengroßes Herz für den Nachwuchs im Karneval“, sagte er und legte den Fortgang der Party in die Hände seiner Mitmoderatorin Jennifer Prust.

Gäste aus Kerpen „Himmlisch Jeck“

Die begrüßte die Tanzgruppe „Himmlisch Jeck“ der KG Gemütlichkeit aus Kerpen. Die parkten ihr Tanzbär-Maskottchen auf dem Schoß von Ratsherr und KG-Ehrensenator Manfred Kaiser in der ersten Reihe. Die akrobatische Truppe aus 24 Mädels und neun starken Männern ging gut ab, zeigte auf der kleinen Fläche vor der Bühne Pyramiden und ließ die leichteren Truppenmitglieder im Sekundentakt hoch zur Turnhallendecke fliegen.

Der Saal tobte und schrie als der Trainer der „Himmlischen“ Jennifer Prust ansprach: „Liebelein, komm doch mal runter, du lernst jetzt auch fliegen“, lockte Bastian Fankhauser die höhenängstliche Vorstandstochter aus der Elferratsreihe.

Von kräftigen Händen umher gewirbelt

Eh sie sich versah wurde sie von vielen kräftigen Händen ergriffen, beschleunigt und jeder eigenen Orientierung im Raum nachhaltig beraubt. Sie flog, landete sicher, wurde auf die eigenen, zitternden Beine gestellt und fand nur langsam in die Welt der Schwerkraft zurück. „Gemütlichkeit kenne ich irgendwie anders“, sagte sie keuchend und wurde für Mut und Schlagfertigkeit doppelt bejubelt.

Während drinnen die Stimmung schon auf dem Höhepunkt zu sein schien, bahnten sich draußen große Ereignisse an. Zwei riesige Doppeldeckerbusse gesteckt voll mit 100 fröhlichen blauen Funken erzwangen sich rückwärts zentimeterweise ihren Weg die abendstille, enge Sackgasse vor der Grundschule. Party-Prognose: Das kann ja noch heiter werden.

 

Bericht: Sabine Merkelt-Rahm